Die Erderwärmung hat u.a. folgende Auswirkungen auf die Schweiz und die umliegenden Länder:
Starkniederschläge
Wie wärmer eine Luftmasse ist, umso mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. In einem Gewitter fällt diese Feuchtigkeit innerhalb kurzer Zeit in Form von Regen auf die Erde.
Die Intensität der Gewitter dürfte mit zunehmender Erderwärmung zunehmen.
Hochwasser, Überschwemmungen, Erdrutsche und Murgänge sind vermehrt zu erwarten.
Durch Bodenverdichtung und -versiegelung hat der Mensch Bedingungen geschaffen, welche die Aufnahmefähigkeit des Bodens verschlechtert hat. Der durch den Klimawandel verursachte Starkregen verschärft das Problem.
Heftigere Stürme
Steigende Temperaturen führen tendenziell zu heftigeren Stürmen.
Symbolbild Sturmschaden: Der Sturm Burglinde hat 2018 viele Bäume entwurzelt oder abgeknickt.
Weniger Schnee in tiefen Lagen
Die Anzahl Schneetage in tieferen Lagen hat in den letzten Jahrzehnten im Durchschnitt abgenommen. Laut [
3] ist die Nullgradgrenze seit 1961 um rund 350 Meter gestiegen. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen.
1. Januar 2016: Auf einer Höhe von 930m.ü.M. lag kein Schnee.
Betroffen von diesem Trend sind primär der Wintersport und der Wintertourismus.
Siehe:
Wintersport und Klimawandel Quelle: MeteoSchweiz (Externer Link)Trockenheit, Wasserknappheit und Waldbrandgefahr
Der Sommer 2018 gab einen Vorgeschmack auf das, was in Zukunft häufiger auftreten dürfte: Nach einer langen Periode ohne nennenswerte Niederschläge wurde das Wasser für Menschen, Tiere und Pflanzen vielerorts knapp. Quellen, welche während Generationen genügend Wasser für Haus und Hof lieferten, versiegten praktisch ganz. Wasser musste herbeigeführt oder -geflogen werden. Andernorts musste die Bevölkerung zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen werden und die ganze Wasserversorgung erfolgte mit Grundwasser.
Symbolbild Trinkwasser: Das Schild weist darauf hin, dass aus diesem Bergsee in den Schweizer Alpen Trinkwasser für Mensch und Vieh bezogen wird.
In den Schweizer Wäldern sind die Spuren der akuten Trockenheit von 2018 noch immer zu sehen: Nadelbäume haben sich von der Trockenheit nicht mehr erholt, weisen verdorrte Nadeln auf und die Baumrinde löst sich Stück für Stück. Des einen Leid ist des andern Freud: Solche Bäume sind z.B. für Spechte sehr wichtig.
Längere Phasen mit grosser Trockenheit führen auch zu einer erhöhten Waldbrandgefahr. Siehe z.B. [
8].
Die oben beschriebene Wasserknappheit ist nicht in jedem Fall ausschliesslich auf den Klimawandel zurück zuführen. Die oft vom Menschen geschaffene Situation wird durch den Klimawandel verschärft. Beispiele:
- Verdichtung und Versiegelung von Boden.
- Erweiterung von Landwirtschaftsbetrieben mit Viehhaltung.
Gletscherschmelze
Gletscher reagieren zeitlich verzögert auf höhere oder tiefere Durchschnitts-Temperaturen. Trotz der Verzögerung ist die Gletscherschmelze der letzten Jahre die bisher am besten sichtbare Folge des Klimawandels.
Gletscher sind Speicher von Süsswasser und sie regulieren den Wasserhaushalt. Die schmelzenden Gletscher begünstigen die Wasserkraft. Sind sie einmal weg, wird weniger Energie aus der Wasserkraft gewonnen werden können.
Das Ausmass der Gletscherschmelze zeigen die Vorher-/Nachher-Vergleichsfotos unseres Projekts GletscherVergleiche.ch.
Siehe:
GletscherVergleiche.ch (Externer Link)Permafrost taut
Permafrost hält Berge ab einer Höhe von ca. 2500m teilweise wie Leim zusammen. Taut der Permafrost, verlieren die Felsen ihren Halt und stürzen ab. Oder an exponierter Lage gebaute Bauwerke (z.B. Masten von Seilbahnen, Gebäude) verlieren den Halt und müssen aufwendig stabilisiert oder rückgebaut werden.
Jüngste Beispiele:
- Bergstation Eggishorn muss stabilisiert werden (2019)
- Felssturzgebiet "Spitze Stei" oberhalb Kandersteg (seit 2018). .
Vermehrte Hitzewellen
Hitzewellen wirken sich negativ auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Menschen aus. Unter Hitzewellen leiden auch Flora und Fauna.
Weiter:
- Bahngeleise können sich verbiegen und den Zugsverkehr beeinträchtigen oder verunmöglichen.
- Asphalt wird weich.
Beispiele:
- Hitzewellen Sommer 2018 mit ausgeprägter Trockenheit.
- Hitzewellen Sommer 2019
Weiterführende Infos:
Massnahmen vor/während Hitzewellen...Landschaftsbild, Fauna und Flora
Die Erderwärmung wird sich auch auf das Landschaftsbild auswirken. Baumsorten, welche heute das Landschaftsbild prägen, werden durch Baumsorten verdrängt, welche mit den neuen Bedingungen besser zurecht kommen. Die Waldgrenze wird steigen, die Vegetation wird sich "nach oben" verschieben. Ihr werden die Tiere folgen, welche von bestimmten Pflanzen leben.
Klimaflüchtlinge
Das sich erwärmende und dadurch ausdehnende Wasser der Meere und die weltweit schmelzenden Gletscher (inkl. Antarktis, Grönland, etc.) führen zu einem Anstieg des Meerespiegels. Grosse Landstriche in Ufernähe der Meere werden dadurch unbewohnbar. Millionen von Menschen werden sich einen neuen Platz für ein Zuhause suchen müssen.
Die Erderwärmung wird in exponierten Regionen zur Verknappung u.a. der Ressource Wasser führen. In diesen Regionen wird irgendwann zu wenig Wasser für Menschen und Tiere zur Verfügung stehen. Viele Menschen werden diese Regionen verlassen müssen.
In beiden Fällen dürften sich Klimaflüchtlinge auch auf den Weg Richtung Europa machen.
Wirksamer Klimaschutz mindert die Gefahr, dass Menschen infolge Wasserknappheit ihre Heimat verlassen müssen und/oder dass Konflikte um Wasser entstehen.
Massnahmen zur Dämpfung des Klimawandels
Die aktuelle Erderwärmung wird teilweise oder ganz durch die Menschheit verursacht. Mit geeigneten Massnahmen kann die Erderwärmung gebremst werden. Je länger mit der Umsetzung dieser Massnahmen zugewartet wird, um so höher wird der Preis für die Menschheit werden.
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Aktualisiert: 29.07.2020