Massnahmen Fliegen
Gemäss [
6] wird das Flugzeug ab ca. 2025 zum Hauptverkehrsmittel der Schweizer Bevölkerung. Das weil Herr und Frau Schweizer überdurchschnittlich viel fliegen. Tendenz stark zunehmend. Das bedeutet, dass ab ca. 2025 die Schweizer Bevölkerung mehr Kilometer mit dem Flugzeug zurücklegen wird, als mit dem Auto, dem Zug und allen anderen Verkehrsträgern zusammen.
Weiter ist in [
6] nachzulesen, dass trotz Effizienzsteigerungen in der Luftfahrt die CO2-Emissionen bis 2050 um 300 bis 700% steigen dürften.
Das ist natürlich nicht das, was zur Dämpfung des Klimawandels erforderlich wäre.
Das von Flugzeugen in grossen Mengen verbrauchte Kerosin ist nach wie vor weltweit von fast allen Steuern befreit. Weshalb kann in [
7] nachgelesen werden.
Die Politik hat es in der Hand, die ungleiche Behandlung der Luftfahrt gegenüber den andern Verkehrsmitteln durch eine CO2-Abgabe auf den Flugtickets ein Stück weit auszugleichen. Die Nachbarländer Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich sowie weitere europäische Länder haben eine solche CO2-Abgabe bereits eingeführt.
Gefahr einer CO2-Abgabe auf Flugtickets: Es könnte der Eindruck entstehen, dass durch die Abgabe sämtliche durch einen Flug entstandenen Umweltschäden kompensiert seien. Bei einer zu tiefen CO2-Abgabe auf Flugtickets kann das zur Folge haben, das mehr geflogen wurde als vorher.
Massnahmen Strassenverkehr, Teil 1
Massnahmen im Bereich Strassenverkehr könnten über eine CO2-Abgabe auf den Treibstoffen relativ einfach ergriffen werden.
Die Frage ist, ob eine solche Abgabe nicht unerwünschte Folgen haben könnte:
1) Es gibt Menschen, welche an entlegenen Orten leben und auf das Auto angewiesen sind. Wir denken da an Bauern, welche auf entlegenen Höfen und Alpen ausharren und mit Ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Landschaft, zur Bändigung der Naturgewalten und zur Dämpfung der Folgen des Klimawandels leisten.
2) Eine zweite Gruppe betriff Menschen, welche in einem kleinen entlegenen Bergdorf oder in einer Randregion wohnen, dort einen Beitrag an das tägliche Leben leisten (Politik, Gesellschaft und/oder als Nebenerwerbs-Landwirt) aber in Folge mangelnder Arbeitsstellen tagtäglich das Tal verlassen müssen, um zur Arbeit zu fahren. Durch zu hohe und/oder zusätzliche Abgaben könnten diese Menschen dazu gezwungen werden, sich einen Wohnsitz ausserhalb des Tals zu suchen. Eine weitere Entvölkerung der Bergdörfer und Randregionen wäre die Folge. Das nachdem in den letzten Jahrzehnten durch die ev. etwas überhastete Zentralisierung bereits div. Menschen den Bergdörfern den Rücken zugekehrt haben.
Mit der Einführung einer flächendeckenden CO2-Abgabe müssten flankierende Massnahmen ergriffen werden. Ideen:
1) Anreize für die Schaffung von Arbeitsplätzen in Randregionen schaffen.
2) Anreize für die Ansiedlung von Firmen in Randregionen schaffen.
3) Rückvergütung für Menschen, welche weit entfernt vom nächsten Dorf leben und arbeiten.
Massnahmen Strassenverkehr, Teil 2
Jede Zentralisierung (z.B. Spitalschliessung, Schliessung von Zivilstandsämtern auf Gemeinden, Schliessung von Schulen in kleineren Dörfern, Schliessung von Poststellen, etc.) führen zwangsläufig zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf Strasse und Schiene.
Die betroffenen Institutionen können ev. so Geld sparen. Das sofern die externen Kosten wie Zeitaufwand für die Anreise der Kundschaft, die Kosten für Ausbau/Unterhalt der Infrastruktur (ÖV und Strasse) sowie die entstandenen Umweltschäden (u.a. Klimawandel) nicht mitgerechnet werden.
Hinzu kommt, dass eine Schliessung einer der oben genannten Institutionen praktisch in jedem Fall im betroffenen Dorf eine Lücke hinterlässt, welche zu Schliessungen in anderen Bereichen führen kann. Wir denken da z.B. an den Dorfladen im entlegenen Bergdorf.
Eine Massnahme, welche nicht nur der Dämpfung des Klimawandels helfen würde, ist deshalb das rückgängig Machen von Zentralisierungen.
Massnahmen Strassenverkehr, Teil 3
Ein beträchtlicher Teil des Verkehrsaufkommens auf Strasse und Schiene entsteht durch die Fahrt zum Arbeitsplatz. Laut Statistik nimmt die Länge des Arbeitsweges im Durchschnitt immer noch leicht zu.
Der Ausbau der Infrastruktur dürfte dazu führen, dass dieser Trend weiter anhalten wird. Denn besser ausgebaute Strassen, Autobahnen und Bahnstrecken dürften dazu führen, dass die Menschen längere Arbeitswege in Kauf nehmen.
Wir denken, dass nicht die Menschen zur Arbeit sondern vermehrt wieder die Arbeit zu den Menschen gebracht werden sollte.
Dadurch dürfte nicht nur die Umwelt entlastet, sondern auch die Lebensqualität der Pendler und die der Anwohner von Strasse und Schiene verbessert würden.
Es ist uns bewusst, dass sich diese Massnahme nicht von heute auf morgen und nicht ohne Lenkung umsetzen lässt. Längerfristig dürfte sich ein solcher Schritt aber in jeder Hinsicht lohnen.
Mobilität: Massnahmen für Privatpersonen und Arbeitnehmer
Möglichkeiten, um persönlich die CO2-Emissionen in diesem Bereich zu senken:
- Auf Fahrten und Flüge wenn möglich verzichten.
- ÖV benutzen.
- Kurze Distanzen zu Fuss oder mit dem Velo zurücklegen.
- Fahrgemeinschaften bilden.
- Carsharing: Teilen von Autos.
- Sich generell regionaler als globaler ausrichten (Arbeitsweg, Einkaufen, Ferien und Freizeitbeschäftigungen).
- Sofern es der Beruf erlaubt: Home Office nutzen.
- Besprechungen per Telefon-/Video-Konferenzen abhalten. Zahlreiche Besprechungen können mit den heute verfügbaren technischen Möglichkeiten problemlos so abgehalten werden.
- Bei Ersatz/Anschaffung eines Autos: Leichtere und effizienter Fahrzeuge vorziehen, aber auch die Bilanz über die ganze Lebensdauer, inkl. Produktion und Entsorgung berücksichtigen.
Literaturhinweise zu dieser Seite:
Aktualisiert: 11.07.2019